Jahrestagung der tekom in Wiesbaden 2011 / tcworld

Nun ist sie also schon wieder vorbei, die diesjährige Jahrestagung. Durch den Termin im Oktober in diesem Jahr nicht ganz so kalt, waren die drei Tage vom 17. bis zum 20. Oktober voll gepackt mit Workshops, Vorträgen und interessanten Gesprächen. (Fast) alles, was Rang und Namen hat im Feld der Technischen Kommunikation war vor Ort – nicht zuletzt auch die Top-Leute aus Übersee (z. B. die bezaubernde Sarah O’Keefe, Ann Rockley oder der unverwüstliche Scott Abel) haben sich auf den teilweise beschwerlichen Weg nach Wiesbaden gemacht.

Mobile Social iHelp

So hätte ich meinen Vortrag nennen sollen – da hätten die noch anbauen müssen… Ganz klarer Trend in diesem Jahr: “mobile” und mit Abstrichen “social”. Aufgrund der Überfüllung hatte ich leider nicht die Möglichkeit, viel davon zu sehen, aber nach allem was ich gehört habe, waren die Vorträge durchaus gehaltvoll.

Nicht nur die Vorträge waren gut besucht – auch in den Hallen war es gut zu erkennen: mobile devices, wie Smartphones oder Tablets sind inzwischen auch bei den chronisch Zukunftstechnologien bejahenden Technischen Redakteuren in der Breite angekommen. Sogar eine Twitter-Wall gab es – wobei der Kanal wenig überraschend erheblich souveräner von den Kollegen aus Nordamerika bespielt wurde – liegt bestimmt an den Umlauten.. ;-) Das bringt mich zu der nächsten Sache, die mir aufgefallen ist…

Content Strategy Panel

Panel zur Content Strategy am Mittwoch abend

Think Big – And dare to entertain!

Ein großer Unterschied zu den deutschen Rednern (mich eingeschlossen): die englisch-sprechenden Kollegen hatten erheblich weniger Angst, dass ein Vortrag womöglich – neben der Vermittlung von Wissen – auch geistreich und unterhaltsam sein könnte. Vielleicht die teutonische Neigung, zwischen “E”- und “U”-Musik zu unterscheiden? Wenn es Spaß macht, dann ist es womöglich nicht so professionell? Mit erheblicher Souveränität gepaart mit positivem Humor wurden da teilweise komplexe Themen fluffig-flauschig unters Volk gebracht – neidisch? Aber hallo! Nach meiner eigenen Nahtod-erfahrung (vulgo: Vortrag) umso beeindruckender für mich.

Irgendwie haben es die Amis einfach drauf! Die Kanadier aber auch! (Und die Briten, ok) Daneben fiel mir auf, dass in vielen dieser Vorträge zum einen

  • eine erheblich holistischere und damit strategischere Perspektive zum Einsatz kam
  • konkrete Business-Nutzen klarer kommuniziert wurden
  • teilweise mutige und großangelegte Visionen entwickelt wurden

Nun muss man speziell mit den Visionen nicht übereinstimmen und nicht alles scheint mir bis zum Letzten zu Ende gedacht – aber nur auf diese Weise können überhaupt kontroverse Diskussionen entbrennen, die die Branche weiterbringen können.

Positives Fazit – und wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen

Insgesamt haben für mich die positiven Eindrücke klar überwogen – Totalausfälle waren bei den Vorträgen, die ich besucht habe, nicht dabei. Persönlich beleidigt bin ich, weil ich am 2. Tag im Stehen essen musste – wenigstens ein paar Stehtische wären nett gewesen, außerdem fand´ ich es auch nicht soooo lecker. Aber letztlich bin ich ja nicht wegen des Essens da und die geistige Nahrung war über jeden Zweifel erhaben…

Ich habe eine ganze Reihe interessanter Menschen kennengelernt, die mir neue Denkanstöße gegeben haben und darum geht es mir ja letztlich, wenn ich zu der Veranstaltung gehe – speziell, wenn man sich im Unternehmen mit keinen anderen Technischen Kommunikatoren austauschen kann.

Für nächstes Jahr wünsche ich mir von uns ein wenig mehr Mut, auch mal in größeren Zusammenhängen zu denken, um die Technische Kommunikation auch in DACH endlich etwas strategischer angehen zu können.

Ach so und übrigens: PDF sind keine eBooks :-)

Weiter interessante Artikel zur tekom und tcworld auf Englisch:

Und wenn ich den finde, der mir am Mittwoch Abend Alkohol in mein Bier geschmuggelt hat…

(Zitat mit den Visionen natürlich von Helmut Schmidt)
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